Ein Kommentar zum gestrigen Skandalspiel Düsseldorf vs. Berlin (Update)

Der 15.05.2012 und das Relegationsrückspiel Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin um den letzten Platz in der Fußball Bundesliga wird vielen Fans in schlechter Erinnerung bleiben. Hier erst mal, was gestern in Düsseldorf passiert ist. Berliner „Fans“ werfen nach dem 2:1 für Düsseldorf dutzende Bengalos auf das Spielfeld, wo die eigenen Spieler stehen, während die Düsseldorfer auch bei diesem Treffer einiges an Pyrotechnik anzünden. Schon da stand das Spiel auf der Kippe mit Richtung zum Spielabbruch, doch den Verantwortlichen von Fortuna und insbesondere dem Stadionsprecher ist es wohl zu verdanken, dass es da weiter ging. Nach fünf der sieben Minuten Nachspielzeit stürmten Düsseldorfer Fans beim Stand von 2;2 und dem damit sportlich berechtigen Aufstieg in die erste Liga auf das Spielfeld. Spieler und Schiedsrichter suchen ihr Heil in den Umkleiden und jetzt war eigentlich jedem klar, dieses Spiel kann auf keinen Fall weiter gehen, trotz der nur noch zuspielenden zwei Minuten. Es war in den folgenden 20 Minuten überhaupt nicht klar, ob das Spiel nochmal angepfiffen wird, da die Berliner in ihrer Kabine saßen und Schiedsrichter Wolfgang Stark überhaupt noch wollte, dass es weiter ging. Erst nach diesen 20 Minuten wurden die verbleibenden 1,30 zu Ende gespielt. Nach insgesamt fast 120 Minuten war die Partie zu Ende und Düsseldorf steigt mit dem 2:2 in die Bundesliga auf, während Berlin in die zweite Liga absteigt.

Was gestern Abend in Düsseldorf passierte, ist mit Skandal noch gut beschrieben. Von den gut 51.000 Menschen im Stadion waren 98% Fans, feuerten ihre Mannschaft an und machte Stimmung. Die anderen 2% nutzten die Deutschlandweite Bühne voll für ihren Schwachsinn aus, in dem sie verschiedenste Pyrotechnik auf und neben den Platz anzündeteten. Nicht nur die friedlichen Fans, sondern auch die Spieler waren Ziel von Leuchtraketen und weiterem.Verwundert hat es, dass nicht nur die Berliner „Fans“ einiges abbrannten, sondern auch einige Bengalos im Düsseldorfer Block gezündet worden sind. Nach der Unterbrechung wegen dieser Sachen haben wieder diese 98% sehr gute Stimmung gemacht, doch was kurz vor Schluss passierte, war auch schockierten. Nicht nur, dass die Fans schon nahe dem Platz standen. Nein, sie stürmten ihn sogar, weil sie meinten, dass Spiel wäre vorbei. Es war wohl dem schnellen Eingreifen der Düsseldorfer Spieler und zum wiederholten male dem Stadionsprecher zu verdanken, dass das Spiel noch zu Ende gespielt werden konnte. Besonders danken muss man auch dem Schiedsrichter Stark, der in dieser Situation alles richtig machte und besonnen handelte. Jedes andere Bundesligaspiel wäre schon lange abgebrochen worden.

Was dann aber nach Spielende von teilen der Berliner und der Medien kam, kann man nur mit Kopfschütteln ertragen. Hertha Anwalt Christoph Schickhardt gab Sky Sport News HD ein in teilen bemerkenswertes Interview. Er berichtete von verängstigten Berliner Spieler und Hertha das einzige Opfer im gesamten Spiel gewesen wäre. Das besondere ist, dass er nicht mal in Düsseldorf im Stadion war. Er war in einem Hotel in Hamburg und telefonierte mit Berlins Manager Michael Preetz, der natürlich nach all diesen Vorfällen natürlich ein Wiederholungsspiel wollte. In den Medien macht schon vor Spielende das Gerüchte die Runde, dass Hertha Protest gegen das Spiel einlegen will. Ob dies Berlin wirklich macht, ist noch nicht klar. Falls es diesen Protest gibt, gibt es schon die wildsten Gerüchte. Nicht mal vor einer Aufstockung der Bundesliga auf 19. Mannschaften wird halt gemacht.

Nach diesem Spiel muss es für beide Mannschaften drastische Strafen geben, aber muss man eine Mannschaft, den Verantwortlichen und den vielen vielen friedlichen Fans den sportlich verdienten Aufstieg in einem Wiederholungsspiel wegnehmen? Es bleibt zu hoffen, dass die DFL und insbesondere der DFB ein richtiges Händchen haben werden. Diese Leute, die so eine große Bühne dafür benutzen um Pyros zu zünden, sollten ein drastisches Zeichen gezeigt bekommen. Es bleibt zu hoffen, dass es nie wieder zu solch einem Skandalspiel kommen wird. Wenn doch, wird das auf Kosten der vielen vielen Millionen friedlichen Fans eine böse Überraschung geben

Euer Domenik Lange

(Update) Hertha BSC Berlin trat am Mittwochabend vor die Presse und legt offiziell Protest gegen die Spielwertung ein. Das gaben Manager Michael Preetz und Hertha Anwalt Christoph Schickhardt bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Man rufe das DFB-Sportsgericht an um ein Wiederholungsspiel zu erwirken. Grund dafür sei die nicht gegebene Sicherheit der eigenen Spieler auf Grund der Platzstürmung der Düsseldorfer Fans. Am Freitag wird dann das DFB-Sportgericht dann über diesen Protest entscheiden, da gab der DFB kurz nach der Pressekonferenz von Hertha BSC Berlin bekannt.

Der Bundesliga Saisonrückblick 2011/2012 Teil 2

Nachdem ich im Teil 1 des großen Saisonrückblicks zunächst auf die Rekorde der vergangen Saison guckte, den Kampf um die Meisterschaft zwischen Dortmund und den Bayern beleuchtete und über das abschneiden von Schalke und Gladbach schrieb, geht es heute im Teil 2 um die Plätze 5-9 oder die Plätze in der Europa League und der Plätze, die die goldene Ananas bedeuten.

In Leverkusen wollte man vor der Saison nichts von Europa League wissen. Das Ziel unter dem neuen Trainer Robin Dutt war ganz klar die Champions League, am besten mit dem Gewinn der Meisterschaft. Als Vizemeister der vergangen Saison kann man ja schon mal so einen Anspruch haben, jedoch ist es ein Problem, wenn man diese Ansprüche nicht mal im Ansatz halten kann. Und das haben Leverkusener nicht einmal in der Saison. Vom Thema Meisterschaft war schon nach wenigen spielen in der Saison nichts mehr zu hören und das Thema Champions League hatte sich spätestens Mitte der Rückrunde ebenfalls erledigt. Zwischenzeitlich musste die Werkself sogar richtig Angst haben, das man nächste Saison noch nicht mal in der Europa League ist. Was macht man in solche fällen nun mal? Genau, man entlässt den Trainer weil die Mannschaft sowieso nicht mit seinem Stil parat kam und ihn am liebsten schon einige Zeit vorher nicht mehr auf der Bank oder auf dem Trainingsplatz sehen wollte. Unter dem Trainerduo Hyypiä/Lewandowski lief es wieder für Leverkusen und sicherte sich am Ende der Saison Platz fünf, der wegen des Pokalfinals Dortmund vs. München zur direkten Qualifikation zur Gruppenphase der Europa League reicht, da beide Mannschaften nächste Saison in der Champions League spielen. Am letzten Spieltag endete auch die zweite Ehe zwischen Leverkusen und Michael Ballack, die in den vergangen zwei Jahren alles andere als Glücklich und Harmonisch war.

Das es auch ohne Trainerentlassungen geht, zeigte ausgerechnet der VFB Stuttgart, der in den vergangen Jahren die Trainer in der Hinrunde vom Hof jagte. Bruno Labadia ist der erste Trainer seit der Saison 2007/2008, der die komplette Saison beim VFB Stuttgart war. Man spielte in Stuttgart zunächst eine unauffällige Hinrunde, doch wenn die Schwaben eine Stärke haben, dann ist es das spielen von guten bis sehr guten Rückrunden. So auch diese Saison, da Stuttgart nach Dortmund und München mit 30 Punkten die drittbeste Rückrundenmannschaft war. Der Höhepunkt der Rückrunde war ganz klar das Spiel in Dortmund, wo man beim 4:4 im besten Spiel der gesamten Bundesligasaison einen Punkt holte. Insgesamt reicht es für den VFB Stuttgart zu Platz sechs, einen Punkt hinter Leverkusen. Somit dürfen die Schwaben, wenn sie das Playoff in der Europa League schaffen, nach einem Jahr wieder International spielen.

Ebenfalls darf Hannover 96 wieder International ran, da die Hannoveraner eine gute Saison auf Platz sieben beendeten und dieser auf Grund von Pokalfinale und Uefa 5 Jahreswertung für den Europapokal reicht. Als einzigste Mannschaft der gesamten Bundesliga verloren die Roten kein einziges Heimspiel in dieser Saison. Ihren größten Erfolg feierten sie diese Saison aber International, so zog man überraschend ins Viertelfinale der Europa League ein, wo sie dann dem späteren Sieger unterlagen. In der Bundesliga haperte vor allem Auswärts, so das es zum Ende der Saison noch mal richtig eng wurde aber dann doch mit einem Sieg Zuhause zum zweiten mal in Folge in die Europa League einzog. Dort muss Hannover aber zwei Qualifikationsrunden überstehen.

Diese hätte man in Wolfsburg und in Bremen sehr gerne auf sich genommen aber für beide heißt es wieder, unter der Woche den anderen deutschen Mannschaften im Europapokal zugucken. In Wolfsburg hinkt man den Erwartungen nach der Meisterschaft 2009 ja eh schon zurück, aber nach der letzten Saison, wo die Wolfsburger zwischenzeitlich paar Minute abgestiegen waren, konnten die Fans ja schon froh sein, dass ihre Mannschaft überhaupt Chancen auf den Internationalen Wettbewerb hatte. Das die Wolfsburger rund um Trainer Felix Magath die EL verpasst, liegt vor allem am schwachen Saisonstart, wo es nach acht Spielen gerade einmal neun Punkte gab. In Bremen hatte man zu diesem Zeitpunkt schon 16 Punkte und stand auf Platz zwei. Nach der Hinrunde standen die Bremer, die letzte Saison auch lange gegen den Abstieg gekämpft haben, auf einem guten Platz fünf mit 29 Punkten und Kontakt zu den Champions League Plätzen. Dieser ging mit Start der Rückrunde ganz schnell Flöten und es folgte die schlechteste Rückrunde ihrer langen langen Bundesligageschichte. Ihre Lebensversicherung Claudio Pizarro traf nur noch selten das Tor und trotz der miserablen Rückrunde hatten die Bremer lange Zeit noch Chancen auf die Europa League, die doch dann verpasst wurde. Mit dem verpassen der Europa League wird in Bremen die Mannschaft auf vielen Positionen verändert. Was daraus wird, sehen wir dann in der nächsten Saison.

Das war Teil 2 des großen Saisonrückblicks. Mit Bayer Leverkusen, dem VFB Stuttgart und Hannover 96 ist die Bundesliga mit drei Mannschaften in der Europa League vertreten, während in Wolfsburg und Bremen die Mannschaften neu formiert werden. Am Montag geht es dann mit Teil 3 weiter, wo es um die Mannschaften geht, die zwischen Platz 10-13 gelandet sind. Bis dahin

Euer Domenik Lange

Die Champions League nach einem großartigen Halbfinale

In dieser Woche standen die Halbfinalrückspiele der Uefa Champions League an und über diese Spiele wird in Deutschland und in Europa noch sehr lange gesprochen werden. Es waren zwei hochdramatische Spiele und an Spannung kaum zu überbieten. Mit den Resultaten konnte man auch nicht unbedingt rechnen. Hier ein kleiner Überblick über die Spiele.

Am Dienstagabend standen sich in Barcelona der Titelverteidiger FC Barcelona und der letzte Englische Verein im Europapokal, der FC Chelsea London gegenüber. Das Hinspiel gewannen die Londoner Zuhause überraschend mit 1:0 durch ein Tor von Didier Drogba. Schon in diesem Spiel war Barca hoch überlegen, aber sie trafen schlicht das Tor nicht und hatten dabei auch etwas Pech. Das was aber noch im Rückspiel passieren sollte, war an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten.

Von der ersten Minute rannte der Titelverteidiger gegen die Londoner Betonabwehr an und hatten Chancen um Chancen. Mitte der ersten Halbzeit traf Busquets für Barcelona zum 1:0 um nur wenige Minuten mit einem Mann mehr zu Spielen, da sich der Londoner Kapitän John Terry zur einer Tätigkeit hinreisen ließ. Zum Ende der 1. Halbzeit ging es dran richtig drunter und drüber. Erst traf Iniesta zum 2:0 für Barcelona, dann kassierte der Londoner Meireles seine dritte Gelbe Karte, die zur Sperrung im Finale führte und dann schoss genau dieser Meireles das so wichtige 2:1 für die Londoner. Mit diesem Tor standen die Blues wieder im Finale am 19. Mai in München. Die 2. Halbzeit war ein einziger Sturmlauf von Barca, erst verschoss Messi den Foulelfmeter an die Latte um nur wenige Minuten später einen Schuss an den Pfosten zu setzen. Danach hatte Barcelona weitere Chancen aber weitere Tore gab es auf Barcas Seite nicht. Dagegen traf ausgerechnet Chelseas teuerster Fehleinkauf Fernando Torres in der Nachspielzeit zum 2:2. Damit war Barcelona raus und wiedermal konnte der Titel nicht verteidigt werden. Wenn man auf die Daten beider Spiele guckt, wird einem klar, dass London nur verteidigt hat. Barcelona hatte über 40 (!!!) Torschüsse und allein im Rückspiel sagenhafte 80% Ballbesitz und das in einem Halbfinalrückspiel. Die Londoner haben aber gezeigt, dass der FC Barcelona auch auf diesem Planeten schlagbar ist.

Das zweite Rückspiel zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München war noch dramatischer und spannender. Das Hinspiel gewann den die Münchener Zuhause mit 2:1 und hatten somit einen kleinen Vorteil für sich. Dieser Vorteil hielt aber genau fünf Minuten, da gab es schon für Real einen Handelfmeter, den Alaba verursachte. Cristiano Ronaldo traf zum 1:0 und somit war Real zwischenzeitlich im Finale. Durch das 2:0 von Ronaldo in der 14. Minute bahnte sich ein Debakel für die Münchener an. Man muss Angst haben, dass die Bayern von Real aus dem Stadion geschossen werden, sie kamen in der Anfangsphase überhaupt nicht in die Zweikämpfe und ließen einige Chancen zu. Ausgerechnet Robben, der in Dortmund einen Elfmeter und eine große Chance liegen lies, traf in der 27. Minute zum 2:1. Damit stand es nach Hin und Rückspiel 3:3 und die Verlängerung drohte. Nach dem 2:1 gab es noch ein paar Chancen auf beiden Seiten aber es passiert nichts großes mehr, auch als es in die Verlängerung ging, passierte nichts mehr. Es gab das Elfmeterschießen und dort bewahrheitete sich mal wieder das, was im Internationale Fußball ein ungeschriebenes Gesetz ist. Deutsche Mannschaften gewinnen Grundsätzlich im Elfmeterschießen. So auch dieses mal, da die Bayern 3:4 nach Elfmeterschießen gewannen. Nationaltorwart Manuel Neuer zahlt mit seinen beiden Paraden sehr viel von seiner Ablöse von 30 Millionen Euro zurück. Das auch zwei Bayern verschossen, fällt nicht weiter ins Gewicht. Damit stehen die Bayern am 19. Mai als erste Mannschaft überhaupt einem Finale, dass im eigenen Stadion stattfindet. Ein Blick auf die TV-Quote zeigt auch, dass Fußball Deutschland hinter den Bayern stand. Bis zu 15. Millionen Zuschauer guckten das Rückspiel bei Sat.1 und Sky.

Diese beiden Halbfinalrückspiele waren ganz große Werbung für den Fußball. Es hat lange nicht mehr zwei solche spannende Spiele an zwei Tagen hintereinander gegeben. Die Spiele in Barcelona und in Madrid waren an Spannung und Dramatik einfach nicht zu überbieten und haben gezeigt, dass auch Mannschaften aus England und Deutschland mit den Spanischen Fußballgroßmächten mithalten können und besonders das Spiel in Barcelona zeigt, dass nicht unbedingt die offensivstarken Mannschaften Titel holen müssen. Vor dem Halbfinale war schon zuhören, dass es im Finale eigentlich den nächsten Clasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona geben sollte, mit einem Finale Bayern vs. Chelsea hatten die wenigsten gerechnet.

Am 19. Mai treffen die beiden dann im Finale der Uefa Champions League in München gegeneinander an. Für München ist es das vierte Finale, während es für Chelsea das zweite Finale ist seit dem es die Champions League gibt. Bis dahin bleibt für beide Mannschaften also noch was Zeit, erst in 23. Tagen treffen die beiden aufeinander.

Euer Domenik Lange

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